18
Aug
2006

Die Woche der Langeweile

Weekend meine Lieben und ich erhole mich von einer Woche langeweile ;-) Zwei Wochen im ähnlichen Delirium werden folgen, dass weiss ich jetzt schon.

Ich habe ja schon viele Agenturen gesehen in meinem Leben. Grössere, Kleinere, hippe und weniger angesagte. Aber in keiner, absolut keiner war es so grabesstill wie in dieser jetzt. Es ist der wahre Horror. Da ich ein kommunikativer Mensch bin mit Humor bin ich es gewohnt mit meinem Mitmenschen zu kommunizieren. Wir sind ja auch Kommunikationsprofis. Doch in den heiligen Hallen der Zwei Zimmer Agentur herrscht eine Ruhe wie sie sonst nur im Kurzentrum für Herzpatienten zu finden ist.

Mit dem Texter habe ich keinen Satz gesprochen, da er immer mit dem Rücken zur Masse da sitzt und still vor sich hin arbeitet. Die Grafiker sind sehr stille Menschen hier. Ich kenne Grafiker nur als bunte Vögel, die gerne über iTunes Musik hören bei der es so richtig kracht. Doch diese Grafiker hier sind eher Grab-Ficker als Grafiker...sorry für dieses unschöne Wortspiel aber ich konnte es mir einfach nicht verkneifen. Es passt so schön.

Die Assistentin ist Damenhaft und überhöflich, der Chef ist noch überhöflicher als die Assistentin und ich frage mich; wieso habt ihr mich angeheuert wenn ihr keine Arbeit für mich habt? Als Dekoration fürs Büro? Hätte ich den Satz "vom äusseren stimmts ja auch" nicht als blöde Bemerkung sondern als Warnung verstehen sollen? Zum lässigen Stuhl von Vitra passen sie hervorragend Frau Taylor, sie geben dem Raum eine gewisse Vollendung. Soll ich mich als Gesamtkunstwerk in diesem Raum voller Luft und stummen Menschen sehen?

Nun den, vor mir liegen zwei weitere Wochen voller Witz, Ironie und Stress ;-) Ich bezweifle das der grosse Run noch ausbricht während ich dort arbeite. Ich bezweifle das dort jemals ein Run ausgebrochen ist. Und wenn diese Menschen mal richtig reden ohne blassiert zu schauen und Angst davor zu haben etwas falsches oder ungehöriges zu sagen, wärs auch ganz lustig.

Nee, es war wirklich schlimm diese Woche. Ich bin es gewohnt das man mich fordert. Antreibt zu kreativer Leistung. Aber nix. Nada. Nothing. Niente.

Der AD aus New York trinkt ab Mittag immer Weisswein während der Arbeit. Wie lange ist er schon dort? Drei Tage? Aber wahrscheinlich kann man die Stille und die Langeweile mit der Zeit nur ertragen wenn man sich gehörig die Kante gibt.

17
Aug
2006

Die Arbeit

Frau Taylor fühlt sich in der Zwei Zimmer Agentur etwas unterfordert. Etwas sehr unterfordert. Normalerweise herrscht hektisches Treiben in einer Agentur. Hier nicht. Hier ist es ruhig. Und Frau Taylor mag das nicht. Sie braucht Hektik, Termindruck und ein Kreatives Chaos um richtig gut zu sein.

Sagt jetzt nicht es gibt ja schön Kohle. Schon klar, dass es das gibt. Allerdings wird beim nächsten mal ein wenig mehr verlangt. Denn rumsitzen sollte man teuer bezahlen lassen ;-)

16
Aug
2006

Was glücklich macht....

  • Weihnachten
  • Lachen bis der Bauch weh tut
    • Schokolade essen bis einem schlecht wird
    • ein Erfolgserlebnis feiern
    • am Seeufer stehen und hinaus schauen
    • ein Spaziergang im Regen
    • wenns draussen kalt ist, drinnen mit einer Tasse Tee sitzen
    • in London sein
    • die Geburt eines Kindes
    • Kinder lachen sehen
    • Kinder wachsen sehen
    • Erinnerungsfotos anschauen
    • einen Walt Disney Trickfilm im Kino anschauen und sich wieder wie ein Kind fühlen
    • zu wissen das man alles erreichen kann
    • einen Moment ergreifen und ihn geniessen
    • einen Lieblingsfilm immer wieder ansehen
    • den Lieblingssong rauf und runter spielen
    • einen alten Freund nach langer Zeit wieder treffen
    • ein Abend mit guten Gesprächen
    • von jemandem umarmt werden der einem wirklich liebt
    • sich selbst eine sauteure und schöne Handtasche schenken (ohne schlechtes Gewissen)
    • von jemandem im Arm gehalten zu werden der ein ein echter Freund/Freundin ist
    • einen Schneemann bauen
    • wenn es nach Zimt und Zedern riecht
    • einen Abend lang SATC schauen
    • mich so sein zu lassen wie ich bin
    ...und was macht euch glücklich?

    Der AD aus New York

    "Leute, einige Tage wird ein AD aus New York bei uns an einer Kampagne mitarbeiten."

    Bei diesen Worten wurde ich doch gleich mal hellhörig. New York? Ein AD (Art Director) aus New York? Ein wenig internationales Flair in der zwei Zimmer Agentur? Und dann noch ein New Yorker? Yes! Endlich jemand mit dem ich ein wenig die englische Sprache pflegen kann. Endlich jemanden den ich fragen kann was aus der Stadt in welcher ich einst war gworden ist. Obs den Laden XY noch gibt oder wie's jetzt dort aussieht. Danke Gott! Danke für diesen Wink!

    Den AD aus New York stellte ich mir zwischen 30 und 45 Jahren vor. Genau meine Alterslimite also. Ein hippster, trendy, aufgestellt. Ein echter New Yorker eben.

    Gestern dann, war es soweit. Vor mir stand jedoch nicht etwa ein hipster in den dreissigern mit betörendem lächeln und breitem akzent, nein! Vor mir stand ein Mann in den siebzigern, die Hose zum Bauch hochgezogen in blau, darin ein Hemd in weiss. Das Haar schlohweiss und er begrüsste mich im breitesten Bernerdialekt den ich je gehört habe. Vor mir stand, Urmel aus New York. Das soll der AD sein? Die Koriphäe? Wo war mein hipster junger New Yorker dem man ein wenig Zürich zeigen konnte??? Ich sah den AD an, lächelte und begrüsste ihn. Koriphäen sind ja meistens älter, sagte ich mir. Und zudem Frau Taylors Phantasie und die Wirklichkeit sind zweierlei Dinge ;-)

    Today's special

    Unter der Rubrik "Taylor empfielt" läuft sicherlich diese Dame.


    Die ist nicht einfach nur schön. Die ist schön und gut! Reinhören erwünscht.

    15
    Aug
    2006

    Der Betrug

    Wo fängt der Betrug an? Fängt er im Kopf an? Wenn wir uns vorstellen wie es wäre mit jemand anderem? Wenn wir uns vorstellen, wie es wäre, die Haut von jemand zu berühren, ihn/sie zu küssen, zu halten oder gar mehr? Wir sind dann mit unseren Gedanken nicht treu und wenn wir ehrlich sind fehlt nur die Gelegenheit und der Mensch um den Betrug physisch zu vollziehen. Oder braucht es doch mehr?

    Da ist der Reiz ohne Konsequenz. Es ist ein Konsum von Gefühlen die nicht einem gehören sondern jemand anderem. Man schleicht sich in ein Leben, dass man gar nicht will. Man ist Besucher im Herzen eines Menschen, dessen Herz man nicht besitzen will sondern entflammen. Für einen Augenblick, einen Moment nur. Es geht um das Begehrt sein. Das einmalige, das verbotene. Es geht nicht um die Ewigkeit. Denn die haben wir schon.

    Natürlich habe ich schon betrogen. Dann wenn mir das Gefühl fehlte. Dann wenn ich zum Möbelstück in einem Leben wurde. Zur Selbstverständlichkeit. Ich tat es. Ich gestand alles und verliess das Leben welches ich nicht mehr wollte, weil es mich nur noch ankotzte. Es war einfacher jemanden zu verletzen als einfach so zu gehen. Denn wenn ich ging war ich die Stärkere und kam dem anderen zu vor mich zu verlassen. In Wahrheit war ich feige. Doch diese Einsicht kam erst viel viel später.

    Der Betrug fängt immer zuerst im Kopf an, sage ich. Den dort ist der Gedanke frei. Dort erreicht uns niemand ausser der Wunsch nach etwas oder jemandem. Wir haben jedoch die Wahl es beim Gedanken zu belassen. Und ersparen uns so das Unglück unglücklich zu sein und Welten zu zerstören.

    Nein, ich habe niemanden betrogen. Und ich wurde nicht betrogen, ersprart mir also emails mit dieser Frage. Aber ich mache mir nunmal Gedanken um alles. :-)

    Themen des Nichts

    In der zwei Zimmer Agentur wird oft und vor allem gerne über das Wetter geredet. Ausführlich und intensiv. Nicht einfach nur,
    "heute ist nicht schönes Wetter". Nein, da wird diskutiert. Wieso es so ist, wie die Tendenz den sein könnte und wieso auch nicht.

    Es ist faszinierend beim nichts sagen zu zuhören. Dabei zu sitzen und sich zu Fragen, und was geht noch in den Köpfen der Menschen ab? Ich mache mir nie Wetter Gedanken. Ich trage aus Prinzip ,wie es ein guter Engländer tut, einen Regenschirm in meiner Tasche.

    Yes!

    Gestern hätte ich den Pöstler geküsst, wenn ich zuhause gewesen wäre als er kam. Aber, ich war in der Zwei Zimmer Werbeagentur und habe gearbeitet.

    Der Pöstler brachte mir meine heilige Fracht; Die Robbie Tickets und nur deshalb hätt ihn ihn abgeknutscht vor Freude ;-)

    14
    Aug
    2006

    Das "ich will"

    Wenn ich etwas will, dann kriege ich es meistens auch. Über kurz oder lang führt kein Weg daran vorbei. Beharrlich kann ich warten bis der Zeitpunkt richtig ist und dann zuschlagen.

    Manchmal ist es ein Wunsch der mich treibt, eine Sehnsucht und manchmal ist es einfach nur ein Ego Ding. Es gibt Dinge die muss man einfach haben nur damit man sagen kann, ich habe es besessen für eine kurze Zeit und es hat mich für einen Augenblick glücklich gemacht. Es geht nicht um die Sache, es geht nur um das Gefühl das gekriegt zu haben, was man will.

    Ich behalte das Ziel immer im Auge. Irgendwo im Hinterkopf ist der Wunsch immer lebendig. Wie ein Biest das wartet bis es zuschlagen kann, liege ich auf der Lauer nach dem gwollten. Und ich kriege es. Immer.
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