29
Sep
2006

Pfüffe

Sprache ist etwas vom interessantesten überhaupt. Deshalb finde ich persönlich es sehr schade, dass wir immer mehr Anglizismen benötigen für unsere Sprache. Wir gehen nicht mehr einfach Mittagessen mit jemandem, nein, wir gehen lunchen. Auch gehen wir nicht mehr einfach in eine Bar, nein auch hier, wir gehen auf einen Apéro, einen Drink oder einen after work drink. Muss das sein?

Dabei ist Deutsch so etwas von interessant. Mein absolutes Lieblingswort momentan ist "pfüffe", der Konjunktiv von "pfeiffen". Herrlich. Ich pfüffe... wo bitte schön gibt es so ein herrliches Wort sonst??

Mein englisches Lieblingswort ist übrigens seit langem "dandruff". Es ist die Beschreibung eines häufigen Problems, besonders bei Männern ;-)

28
Sep
2006

Der Brief

Es ist lange her, dass ich Briefe schrieb. Zu sagen gab es viel doch füllten die Worte die Seiten nie so ganz. Man besorgte sich schönes Papier, versuchte schön zu schreiben und erzählte dann so einiges. Meist ging es harzig von der Feder und irgendwie entstand nie ein Dialog wie es bei Briefwechseln doch sein sollte.
Irgendwann schrieb ich keine mehr. Ich hatte immer noch viel zu sagen, doch nicht per Papier.

Heute stehe ich wieder in Briefkontakt. Diesmal per Email. Und auf einmal geht das Schreiben leicht. Es geht schnell und die Worte fliessen wie ein wilder Bach. Es entstehen Dialoge. Es ist alltägliches das man mitteilt, teilt und manchmal abgibt damits ein wenig leichter wird. Die Menschen denen ich schreibe kann man an einer Hand abzählen. Ich steh nicht so auf Quantität, mehr auf Qualität. Ich korrespondiere mit drei Frauen und einem Mann. Eine dieser Personen habe ich noch nie gesehen und der Rest sind gute Freunde von mir. Aber jeder hat etwas zu erzählen. Und die Menschen können sagen, Emails und Internet sind unpersönliche Korrespondenzmittel, aber hinter jeder Zeile, hinter jedem Wort steht ein Mensch der sie eintippt. Und damit wird es für mich persönlich. Das ein Brief mehr Stil hat ist klar, aber heute zählt die Zeit. Man redet schriftlich sozusagen. Auf eine Weise die wir vor ein paar Jahren noch nicht kannte.

27
Sep
2006

Der blonde Mann und ich

Heute meine Lieben hatte ich das beste Vorstellungsgespräch meines Lebens. Ich traff einen Menschen der soviel zu sagen hatte, soviel Interessantes, Gutes und Witziges, dass diese eine Stunde die wir zusammen in einer modernen Agentur verbracht haben locker in einer Bar bei Tequilla vom Brett weitergeführt hätte werden können. Es war saukomisch. Ein Gespräch à la Werber trifft Werber und man zieht mal über Kunden, Branche und das Leben voller Sarkasmus her. Es war grandios. Normalerweise sind Vorstellungsgespräche ernst, nüchtern und man kriegt Schweisshände, aber hier lag der Fall anders. Es ging weniger um was ich kann, sondern wer ich bin.

Er meinte er habe mich unbedingt kennen lernen wollen nach diesem CV. Er habe wissen wollen wer ich sei. Und ich sei genauso wie er sich das vorgestellt habe. Ich nahm diesen Satz mal positiv.

Jedoch gibt es einen negativen Punkt; Es handelt sich hierbei nicht um einen Freelancer Job sondern der blonde Mann mit der skurilen Brille sucht jemand festen. Teilzeit zum Jobsharing. Und ich will nix festes. Ich will weiterhin einfach mal ab und zu was tun, aber nix festes. Und deshalb wird aus dem blonden Mann und mir nix werden. Auch wenn wir vom gleichen Schlag sind und eine Zusammenarbeit hier das ultimative gewesen wäre.

Dafür aber hatte ich eine Plauderstunde mit einem der interessantesten Menschen welcher mir in der letzten Zeit begegnet ist. Blitzgescheit gepaart mit Sarkasmus trifft man heute selten.

Die Männer die mich wollen.

Gewisse Männer rennen mir die Bude ein. Sie rufen mich an und ich treffe sie dann. Bevorzugt an einer Randstunde. Meist sind die Treffen recht kurz. Der Grund für diese Treffen ist immer derselbe. Die Männer wollen mich kennen lernen. Und bisher war jeder überzeugt, dass ich DIE Richtige bin für ihn. Sie boten mir viel Geld und ich nahm immer an. So wird es auch heute sein. Den Taylor trifft wiedermal einen dieser Männer. Einer dessen Agentur einen Freelancer benötigt. Und ich bin gespannt auf wen ich diesmal treffen werde. Die letzte Agentur war ja zum gähnen. Am Telefon klang der Herr von heute Nachmittag nach klein, rundlich mit halbglaze.

Nun den, ich werds erfahren, heute um 16h, wenn ich die Agentur betrete und mit einem gewinner Lächeln vor ihm stehe. ;-)

26
Sep
2006

Stillstand und Leere

Manchmal sind die Dinge schwer das zu erkennen, weil sie Angst
machen. Manchmal sind wir nur mit jemandem zusammen weil wir das Alleinsein nicht ertragen würden. Doch in Gedanken fliegen wir davon. In ein anderes Leben. Wie viele Leben im Stillstand? Wieviele lächeln wenn ihnen zum weinen ist? Und sind wir es unseren Träumen nicht schuldig ihnen zu folgen. Auf einen Weg der ungewiss ist. Es ist unser einziges Leben und wir sollten keine Angst davor haben. Doch wir fürchten uns so sehr. Vor dem Ungewissen, dem Leeren und dem zerstörten Bild in unserem Kopf von einem Leben das wir uns in den buntesten Farben gemalt haben. Die wenigsten Leben entsprechen diesem Bild. Also korrigieren wir die Farben Tag für Tag. Wir biegen es uns zurecht und erhalten am Ende eine passable Variante. Den an uns hängt so viel. Eine Familie, eine Firma oder ein ganzes Leben. Je nachdem.

Müssen wir mit dem zufrieden sein was wir haben? Oder dürfen wir nach mehr streben? Und was ist mehr?

Nein, ich erlebe keinen Stillstand aber manchmal eine grosse Leere. Und eine tiefe Trauer weil das ersehnte nicht einzutreffen scheint. Weil ein Plan misslingt oder der Regen endlos ist. Es ist Herbst meine Lieben und die Gedanken werden schwerer. MIt jedem Tropfen der an mein Fenster fällt.

A Fever you can't sweat out!

Gegen das trübe Wetter empfehle ich Panic at the Disco mit dem Album "A fever you can't sweat out". Gott ist das guuuuuutttt ;-)

25
Sep
2006

I just can't get enough

Ein Hoch auf den neuen Werbespot von H&M. Perfect in Bild und Sound.

Die Mädels vom Internat

Aus Gründen, die wir hier nicht offen legen verbrachte Frau Taylor eine gewisse Zeit in einem netten und noblen Internat in der Welschschweiz. Eigentlich wäre sie lieber in ein Internat nach England doch der Clan wusste, geht sie dorthin kommt sie nie wieder zurück oder ehelicht einen dubiosen Cousin von Prinz Charles. So war die Variante Welschland, Klosterfrauen und Mädcheninternat die sichere Version.

Wenn ich zurück denke wars dort eigentlich gar nicht so schlecht. Die Mädels waren, mit ausnahme von ein paar Schnepfen, cool drauf. Und per Zufall haben eine Zimmergenossin und ich auch wieder schriftlichen Kontakt. Jawohl. Es ist witzig mit jemandem aus dieser Zeit zu kommunizieren und zu sehen wie sich die Leben doch verändert haben seit damals. Hübsch ist sie geworden die Lady, verheiratet plus Kids. Aber immer noch der gleiche Humor wie damals. Sie kündigte bereits Mails mit Attachment von damaligen Fotos an welche in mir jetzt schon einen Brechreiz auslösen. Den wollen wir Fotos aus dem Jahre 89/90 sehen?? Nein, ich weiss wie ich damals aussah und finde mich heute doch um einiges hübscher;-)

Grosse Worte und keine Taten.

Bald ist es ein Jahr her, dass Dummheit und Geldgier dazu führten, dass ein kleiner Junge sein Leben verlor. Damals, im Spätherbst, wollte er in den Kindergarten und wurde von Kampfhunden zerfetzt. Chancenlos. Gnadenlos. Und, es hätte jeder von uns sein können, den sie hätten jeden angegriffen.

Was dann folgte kann im Nachhinein nur als böser Witz bezeichnet werden. Der BLICK machte Druck, wollte eine Petition durchboxen, die Regierungen wollten ein Gesetz und das Volk wollte Schutz. Jeder der einen Hund hatte, egal ob Rehpinscher oder Bernhardiner wurde mit Hasstiraden konfrontiert und es folgten Sofortmassnahmen die keinen Bestand hatten.

Heute, ein Jahr später ist noch nichts erreicht. Es scheint sogar so, als würde es niemanden mehr interessieren. Weiterhin sehe ich local Homeboys mit ihren Töllen die sie überhaupt nicht im Griff haben. Die so nervös sind, so unerzogen und sowas von gefährlich das selbst ich, die selbst Besitzerin einer zwölfjährigen Miniature Bullterrierdame bin, die Strassenseite wechsle. Sie stehen breitbeinig da und ahnen nicht einmal was sie da an der Leine führen.

Ich habe mir gewünscht, dass irgendwann in diesem Jahr einmal jemand an meiner Haustür klingelt der überprüfen will ob ich wirklich einen Miniatur Bullterrier habe. Ob ich diesen Hund wirklich als jene Rasse registriert habe, der sie entspricht. Doch ich warte vergebens. Es kam niemand. Es kam auch nie ein Schreiben ich solle den Hund zeigen oder sonst was. Nix.

Und so ist es wie so oft. Man wirft die Hände über dem Kopf zusammen wenn die Tragödie passiert, setzt Tee auf und die Welt ist wieder in Ordnung.

Doch so einfach ist das nicht. Solche Hunde meine Lieben gehören nicht nur an die Leine. Sie dürfen nicht jedem abgegeben werden. Den solche HUnde brauchen eine starke Hand. Floh, unsere Hundedame, wurde oft beschimpft und ich wurde es noch mehr. Nur weil sie einer Rasse angehört die verrufen ist. Und wieso? Weil es zuviele gibt die diese Hunde falsch halten.

Ihr fragt euch jetzt, wieso ich den so einen Hund habe. Gerade so einen. Und nicht einen anderen. Ganz einfach. Floh, ist ein mehrfacher Champion. Sie war der Hund des Züchters und als sie älter wurde konnte der Züchter sie nicht mehr gebrauchen. Zudem war sie ein eher unterwürfiger Hund und konnte sich gegen die Rudelführerin niemals durchsetzen. Bei uns und bei meinen Eltern hat sie jetzt ihren Alterssitz den sie sehr geniesst und an dem sie die Nummer 1 ist.

Man darf sie nicht alle in einen Topf werfen, diese Hunde und ihre Halter. Aber man muss sie überprüfen. Und wenn ein Medienblatt wie der Blick seine Klappe aufreisst soll er, wenn das Thema nicht mehr aktuell ist und die Auflage wieder sinkt, gefälligst dran bleiben. Alles andere ist nur schwach.
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